Warum ist Filesharing verboten?

Was bedeutet Filesharing?

Der englische Begriff „filesharing“ bedeutet in wörtlicher Übersetzung „Dateien teilen“. Etwas freier übersetzt, spricht man im Deutschen von „Dateien tauschen“. Die Dateien werden dabei vervielfältigt, so dass es sich wohl eher um „Kopierbörsen“ handelt. Der gebräuchliche Ausdruck ist aber Tauschbörse. In diesen Tauschbörsen kann man Dateien über das Internet von anderen kopieren. Da dies in Netzwerken direkt zwischen den Teilnehmern (Peers) geschieht, spricht man auch von Peer-to-Peer – Netzwerken (abgekürzt P2P). Gleichzeitig bietet man aber Dateien vom eigenen Computer im Netzwerk als upload an. Das ist vielen Nutzern nicht bewusst. Problematisch wird es dann, wenn die Dateien vom Urheberrecht oder einem Leistungsschutzrecht geschützt sind.

Rechtlich gesehen gibt es legales und illegales Filesharing. Erlaubt ist das Filesharing beispielsweise bei freier Software oder bei Werken, bei denen die Schutzfrist des Urheberrechtsgesetzes abgelaufen ist oder bei ausdrücklicher Zustimmung des Rechteinhabers.

Filesharing als Urheberrechtsverletzung

Das Anbieten und Herunterladen von Werken, die durch das Urheberrechtsgesetz geschützt werden und für das auch keine Zustimmung vorliegt, ist aber verboten. Die Rechte des entsprechenden Rechteinhabers werden verletzt. Das Filesharing ist dann ein Eingriff in das Recht auf Vervielfältigung, § 16 UrhG, und das Recht auf öffentliche Zugänglichmachung, § 19 a UrhG.

Auf das Recht auf Privatkopie kann sich der Nutzer nicht berufen, da die Vorlage, von der die Dateien kopiert werden, offensichtlich rechtswidrig ist. Die Argumentation dazu ist: Was im wirklichen Leben Geld kostet, gibt es im Internet nicht geschenkt, das muss jeder wissen.

Ansprüche wegen Urheberrechtsverletzung durch Filesharing

Durch diese Rechtsverletzungen entstehen verschiedene Ansprüche des Rechteinhabers. Durch das (automatische) Anbieten von Dateien, Upload, werden  Urheberrechte und häufig – ebenfalls nach dem Urheberrechtsgesetz geschützte – Leistungsschutzrechte (etwa des Filmunternehmens oder des Musiklabels) verletzt. Nach der Änderung des Urheberrechts im Jahre 2008 ist auch das Herunterladen, download, von offensichtlich rechtswidrigen Angeboten im Internet explizit verboten.

Abmahnung wegen Urheberrechtsverletzung durch Filesharing

Diese Ansprüche aus der Urheberrechtsverletzung kann ein Rechteinhaber gerichtlich geltend machen. Zur Vermeidung eines Gerichtsverfahrens und zur Vermeidung einer für den Rechteinhaber ungünstigen Kostenentscheidung wird aber normalerweise vor Einleitung eines Gerichtsverfahrens eine Abmahnung ausgesprochen.

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